
Benedikt Deutsch
CEO und Gründer
Inhaltsverzeichnis
Kinder alleine in der PKV versichern: Geht das überhaupt?
Viele Eltern stellen sich irgendwann die Frage, ob sie ihr Kind privat versichern können, obwohl sie selbst in der gesetzlichen Krankenversicherung sind. Oder ob das Kind zwingend in die PKV muss, weil ein Elternteil dort versichert ist. Die kurze Antwort: Ja, Kinder können grundsätzlich eigenständig in der PKV versichert werden. Aber ob das für deine Familie Sinn ergibt, hängt von ein paar wichtigen Faktoren ab. In diesem Beitrag erfährst du, wann das möglich ist, was es kostet und worauf du achten solltest.
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12.07.2026

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Das Wichtigste in Kürze
Kinder können eigenständig in der PKV versichert sein: In der PKV gibt es keine beitragsfreie Familienversicherung. Jedes Kind hat dort immer einen eigenen Vertrag und zahlt einen eigenen Beitrag.
Beide Eltern in der GKV? Trotzdem PKV möglich: Selbst wenn beide Elternteile gesetzlich versichert sind, können sie ihr Kind freiwillig privat versichern. Dann findet allerdings eine Gesundheitsprüfung statt.
Bei gemischter Versicherung kommt es auf Einkommen und Ehestatus an: Ist ein Elternteil PKV-versichert und verdient mehr als der GKV-versicherte Partner und überschreitet dabei die Jahresarbeitsentgeltgrenze, entfällt die beitragsfreie GKV-Familienversicherung für das Kind.
Kosten variieren stark: Für Normalverdiener liegen PKV-Kinderbeiträge bei etwa 180 bis 250 € monatlich, für beihilfeberechtigte Beamtenkinder deutlich günstiger bei rund 70 € monatlich.
Gesundheitsprüfung beachten: Bei der Aufnahme in die PKV wird der Gesundheitszustand des Kindes geprüft. Vorerkrankungen können zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen, außer es greift die erleichterte Kindernachversicherung.
Kann ich meine Kinder alleine in der PKV versichern?
Die PKV funktioniert grundlegend anders als die GKV. Es gibt dort keine beitragsfreie Familienversicherung, jede Person hat sowieso einen eigenen Vertrag. Das gilt auch für Kinder.
Ob dein Kind in die PKV kann oder muss, hängt vor allem von eurer Familienkonstellation ab.
Beide Eltern sind in der GKV
Sind beide Elternteile gesetzlich versichert, kommt das Kind automatisch in die beitragsfreie Familienversicherung der GKV. Das bleibt auch so, die Politik hat diese Regel zuletzt ausdrücklich bestätigt und bekräftigt, dass Kinder in der Familienversicherung weiterhin beitragsfrei versichert bleiben (§ 10 SGB V).
Trotzdem können Eltern ihr Kind zusätzlich privat versichern, wenn sie sich ein höheres Leistungsniveau wünschen. Der klassische und in der Praxis meist sinnvollere Weg ist dabei, das Kind in der gesetzlichen Familienversicherung zu belassen und es zusätzlich mit privaten Zusatztarifen auszustatten, etwa für Zahnersatz, Heilpraktiker oder ein Einzelzimmer im Krankenhaus. So bleibt die beitragsfreie GKV-Absicherung erhalten, während gezielt einzelne Leistungslücken geschlossen werden. Das ist in der Regel deutlich günstiger als eine vollständige private Krankenversicherung für Kinder und bietet dabei oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.
Ein Elternteil ist in der PKV, das andere in der GKV
Hier wird es etwas komplizierter. Ob das Kind beitragsfrei in der GKV familienversichert werden kann, hängt von zwei Faktoren ab: dem Einkommen und dem Ehestatus.
Seid ihr verheiratet und der PKV-versicherte Elternteil verdient mehr als der GKV-versicherte Partner und überschreitet dabei die Jahresarbeitsentgeltgrenze (2026: 77.400 € im Jahr), entfällt die beitragsfreie Familienversicherung. Das Kind muss dann entweder eigenständig in der GKV versichert werden und zahlt dort einen eigenen Beitrag, oder es bekommt einen eigenen PKV-Vertrag. Mehr dazu, was bei einer PKV für Ehepartner gilt und wann sich die private Versicherung lohnt, erfährst du in unserem Ratgeber.
Seid ihr nicht verheiratet, gilt diese Einschränkung nicht. Das Kind kann dann trotzdem beitragsfrei in der GKV familienversichert sein.
Beide Eltern sind in der PKV
Sind beide Elternteile privat versichert, ist die Sache klar: Das Kind kommt in die PKV. Eine GKV-Mitgliedschaft ist in diesem Fall nicht möglich. Für Neugeborene gibt es dabei die erleichterte Kindernachversicherung: Wenn ein Elternteil am Tag der Geburt bereits mindestens drei Monate beim gleichen Versicherer versichert ist und das Kind innerhalb von zwei Monaten angemeldet wird, wird es ohne Gesundheitsprüfung und ohne Risikozuschläge rückwirkend ab Geburt aufgenommen.
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Was kostet die PKV für Kinder?
Das kommt auf die Familiensituation an. Als grobe Orientierung:
| Situation | Monatlicher PKV-Beitrag |
| Normalverdienerfamilie | ca. 180–250 € |
| Beamtenkinder (mit Beihilfe) | ca. 70 € |
Für Beamtenkinder gilt: 80 % der Gesundheitskosten übernimmt die Beihilfe. Die PKV deckt nur die verbleibenden 20 % ab, weshalb der Beitrag deutlich günstiger ausfällt.
Für Angestellte in der PKV kann außerdem der Arbeitgeberzuschuss auch für den Kinderbeitrag anteilig genutzt werden, wenn das Kind privat versichert ist und bei gesetzlicher Pflichtversicherung familienversichert wäre. Der Zuschuss ist auf die Hälfte des tatsächlich gezahlten Beitrags begrenzt.
Die PKV-Beiträge für Kinder sind zudem steuerlich absetzbar. Als grobe Faustregel können rund 80 % der PKV-Kosten von der Steuer abgesetzt werden.
Worauf du bei der Gesundheitsprüfung achten solltest
Aus meiner Erfahrung ist das der Punkt, den viele Eltern unterschätzen. Auch bei Kindern findet in der PKV eine Risikoprüfung statt. Vorerkrankungen, Entwicklungsstörungen oder Diagnosen wie ADHS können dazu führen, dass der Versicherer Zuschläge erhebt, Leistungsausschlüsse formuliert oder das Kind sogar ablehnt.
Wichtig:
Alle Gesundheitsfragen im Antrag müssen vollständig und ehrlich beantwortet werden. Wer hier etwas verschweigt, riskiert später den Versicherungsschutz.
Bei der erleichterten Kindernachversicherung über einen bereits beim Versicherer versicherten Elternteil entfällt die Gesundheitsprüfung. Das ist der einfachste Weg, wenn mindestens ein Elternteil bereits dort versichert ist und die Fristen eingehalten werden.
Wenn du dir unsicher bist, ob und wie dein Kind trotz Vorerkrankungen PKV-versichert werden kann, ist eine individuelle Beratung sinnvoll. Ich arbeite mit erfahrenen Risikoprüfern zusammen und kann oft individuelle Voten statt Standard-Ablehnungen erwirken.
Fazit: PKV für Kinder ist möglich, aber nicht immer sinnvoll
Ja, du kannst dein Kind eigenständig in der PKV versichern. Ob es sich lohnt, hängt von eurer Familiensituation ab. Manchmal ist es gesetzlich vorgegeben, manchmal eine freiwillige Entscheidung und manchmal die teuerere Option. Dabei ist die Wahl der richtigen PKV entscheidend.
Wenn du gerade vor dieser Entscheidung stehst, empfehle ich dir ein offenes Gespräch, bevor du irgendetwas unterschreibst. Ich schaue mir eure konkrete Situation an, vergleiche die Optionen für euch und sag dir klar, was in eurem Fall wirklich Sinn ergibt.
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FAQ zum Thema Kinder alleine in der PKV versichern
Ja, das ist möglich. Auch wenn du selbst gesetzlich versichert bist, kannst du dein Kind eigenständig in der privaten Krankenversicherung versichern. Das Kind verlässt dann die beitragsfreie GKV-Familienversicherung und bekommt einen eigenen PKV-Vertrag. In diesem Fall findet eine normale Gesundheitsprüfung statt, und es fällt ein eigenständiger monatlicher Beitrag an.
Die erleichterte Kindernachversicherung gilt, wenn ein Elternteil am Tag der Geburt bereits mindestens drei Monate beim gleichen PKV-Versicherer versichert ist. Dann wird das neugeborene Kind ohne Gesundheitsprüfung, ohne Risikozuschläge und ohne Wartezeiten rückwirkend ab Geburt in die PKV aufgenommen, sofern der Aufnahmeantrag innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt gestellt wird. Das ist für viele Familien die einfachste und risikoärmste Art, ein Kind in der PKV zu versichern.
Das lässt sich nicht pauschal sagen. Die GKV-Familienversicherung ist für Kinder beitragsfrei und bietet eine solide Grundversorgung. Die PKV bietet oft einen höheren Leistungsstandard, kostet aber einen eigenständigen Monatsbeitrag von rund 180 bis 250 € bei Normalverdienerfamilien. Wer für sein Kind zum Beispiel schnellere Facharzttermine, bessere Diagnostik oder ein Einzelzimmer im Krankenhaus möchte, findet in der PKV entsprechende Tarife. Ob der Aufpreis gerechtfertigt ist, hängt von euren Prioritäten und der finanziellen Planung ab. Ich helfe dir dabei, das nüchtern durchzurechnen.

Über den Autor
Benedikt Deutsch, kurz Bene, ist seit 2012 in der Versicherungsbranche unterwegs und seit 2019 als freier Makler selbstständig. Kein Anzug, keine Verkaufsshow – dafür ehrliche Beratung, digitale Prozesse und 13 Jahre Erfahrung. Sein Ziel: Dass seine Kunden nachts ruhig schlafen können, weil sie wissen, dass sie und ihre Familie abgesichert ist und Bene im Ernstfall für sie kämpft.



