Das Wichtigste in Kürze

  • Kinder können eigenständig in der PKV versichert sein: In der PKV gibt es keine beitragsfreie Familienversicherung. Jedes Kind hat dort immer einen eigenen Vertrag und zahlt einen eigenen Beitrag.

  • Beide Eltern in der GKV? Trotzdem PKV möglich: Selbst wenn beide Elternteile gesetzlich versichert sind, können sie ihr Kind freiwillig privat versichern. Dann findet allerdings eine Gesundheitsprüfung statt.

  • Bei gemischter Versicherung kommt es auf Einkommen und Ehestatus an: Ist ein Elternteil PKV-versichert und verdient mehr als der GKV-versicherte Partner und überschreitet dabei die Jahresarbeitsentgeltgrenze, entfällt die beitragsfreie GKV-Familienversicherung für das Kind.

  • Kosten variieren stark: Für Normalverdiener liegen PKV-Kinderbeiträge bei etwa 180 bis 250 € monatlich, für beihilfeberechtigte Beamtenkinder deutlich günstiger bei rund 70 € monatlich.

  • Gesundheitsprüfung beachten: Bei der Aufnahme in die PKV wird der Gesundheitszustand des Kindes geprüft. Vorerkrankungen können zu Zuschlägen oder Ausschlüssen führen, außer es greift die erleichterte Kindernachversicherung.

Kann ich meine Kinder alleine in der PKV versichern?

Die PKV funktioniert grundlegend anders als die GKV. Es gibt dort keine beitragsfreie Familienversicherung, jede Person hat sowieso einen eigenen Vertrag. Das gilt auch für Kinder.

Ob dein Kind in die PKV kann oder muss, hängt vor allem von eurer Familienkonstellation ab.

Beide Eltern sind in der GKV

Sind beide Elternteile gesetzlich versichert, kommt das Kind automatisch in die beitragsfreie Familienversicherung der GKV. Das bleibt auch so, die Politik hat diese Regel zuletzt ausdrücklich bestätigt und bekräftigt, dass Kinder in der Familienversicherung weiterhin beitragsfrei versichert bleiben (§ 10 SGB V).

Trotzdem können Eltern ihr Kind zusätzlich privat versichern, wenn sie sich ein höheres Leistungsniveau wünschen. Der klassische und in der Praxis meist sinnvollere Weg ist dabei, das Kind in der gesetzlichen Familienversicherung zu belassen und es zusätzlich mit privaten Zusatztarifen auszustatten, etwa für Zahnersatz, Heilpraktiker oder ein Einzelzimmer im Krankenhaus. So bleibt die beitragsfreie GKV-Absicherung erhalten, während gezielt einzelne Leistungslücken geschlossen werden. Das ist in der Regel deutlich günstiger als eine vollständige private Kranken­versicherung für Kinder und bietet dabei oft ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis.

Ein Elternteil ist in der PKV, das andere in der GKV

Hier wird es etwas komplizierter. Ob das Kind beitragsfrei in der GKV familienversichert werden kann, hängt von zwei Faktoren ab: dem Einkommen und dem Ehestatus.

Seid ihr verheiratet und der PKV-versicherte Elternteil verdient mehr als der GKV-versicherte Partner und überschreitet dabei die Jahres­arbeitsentgelt­grenze (2026: 77.400 € im Jahr), entfällt die beitragsfreie Familienversicherung. Das Kind muss dann entweder eigenständig in der GKV versichert werden und zahlt dort einen eigenen Beitrag, oder es bekommt einen eigenen PKV-Vertrag. Mehr dazu, was bei einer PKV für Ehepartner gilt und wann sich die private Versicherung lohnt, erfährst du in unserem Ratgeber.

Seid ihr nicht verheiratet, gilt diese Einschränkung nicht. Das Kind kann dann trotzdem beitragsfrei in der GKV familienversichert sein.

Beide Eltern sind in der PKV

Sind beide Elternteile privat versichert, ist die Sache klar: Das Kind kommt in die PKV. Eine GKV-Mitgliedschaft ist in diesem Fall nicht möglich. Für Neugeborene gibt es dabei die erleichterte Kinder­nach­versicherung: Wenn ein Elternteil am Tag der Geburt bereits mindestens drei Monate beim gleichen Versicherer versichert ist und das Kind innerhalb von zwei Monaten angemeldet wird, wird es ohne Gesundheitsprüfung und ohne Risikozuschläge rückwirkend ab Geburt aufgenommen.

Was kostet die PKV für Kinder?

Das kommt auf die Familiensituation an. Als grobe Orientierung:

SituationMonatlicher PKV-Beitrag
Normalverdienerfamilieca. 180–250 €
Beamtenkinder (mit Beihilfe)ca. 70 €

Für Beamtenkinder gilt: 80 % der Gesundheitskosten übernimmt die Beihilfe. Die PKV deckt nur die verbleibenden 20 % ab, weshalb der Beitrag deutlich günstiger ausfällt.

Für Angestellte in der PKV kann außerdem der Arbeitgeberzuschuss auch für den Kinderbeitrag anteilig genutzt werden, wenn das Kind privat versichert ist und bei gesetzlicher Pflichtversicherung familienversichert wäre. Der Zuschuss ist auf die Hälfte des tatsächlich gezahlten Beitrags begrenzt.

Die PKV-Beiträge für Kinder sind zudem steuerlich absetzbar. Als grobe Faustregel können rund 80 % der PKV-Kosten von der Steuer abgesetzt werden.

Worauf du bei der Gesundheits­prüfung achten solltest

Aus meiner Erfahrung ist das der Punkt, den viele Eltern unterschätzen. Auch bei Kindern findet in der PKV eine Risikoprüfung statt. Vorerkrankungen, Entwicklungsstörungen oder Diagnosen wie ADHS können dazu führen, dass der Versicherer Zuschläge erhebt, Leistungsausschlüsse formuliert oder das Kind sogar ablehnt.

Bei der erleichterten Kinder­nach­versicherung über einen bereits beim Versicherer versicherten Elternteil entfällt die Gesundheitsprüfung. Das ist der einfachste Weg, wenn mindestens ein Elternteil bereits dort versichert ist und die Fristen eingehalten werden.

Wenn du dir unsicher bist, ob und wie dein Kind trotz Vorerkrankungen PKV-versichert werden kann, ist eine individuelle Beratung sinnvoll. Ich arbeite mit erfahrenen Risikoprüfern zusammen und kann oft individuelle Voten statt Standard-Ablehnungen erwirken.

Fazit: PKV für Kinder ist möglich, aber nicht immer sinnvoll

Ja, du kannst dein Kind eigenständig in der PKV versichern. Ob es sich lohnt, hängt von eurer Familiensituation ab. Manchmal ist es gesetzlich vorgegeben, manchmal eine freiwillige Entscheidung und manchmal die teuerere Option. Dabei ist die Wahl der richtigen PKV entscheidend.

Wenn du gerade vor dieser Entscheidung stehst, empfehle ich dir ein offenes Gespräch, bevor du irgendetwas unterschreibst. Ich schaue mir eure konkrete Situation an, vergleiche die Optionen für euch und sag dir klar, was in eurem Fall wirklich Sinn ergibt.

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FAQ zum Thema Kinder alleine in der PKV versichern

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