Das Wichtigste in Kürze

  • Optionstarif sichert den Gesundheitszustand deines Kindes: Das Kind erwirbt das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in die PKV zu wechseln. Spätere Erkrankungen spielen dabei keine Rolle mehr.

  • Je früher, desto besser: Idealerweise wird der Optionstarif direkt nach der Geburt abgeschlossen. Neugeborene können innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt sogar ohne Gesundheitsprüfung versichert werden, wenn ein Elternteil bereits PKV-versichert ist. Deshalb sollte auch ein Elternteil einen passenden Optionstarif haben.

  • Geringe Kosten, großer Schutz für die Zukunft: Ein reiner Optionstarif kostet nur wenige Euro im Monat, sichert aber den Zugang zu einem umfassenden PKV-Schutz im Erwachsenenalter.

  • Kein einheitlicher Standard: Leistungen und Bedingungen unterscheiden sich je nach Anbieter erheblich. Ein genauer Vergleich und eine individuelle Beratung sind daher essenziell.

Was genau ist ein Options­tarif für Kinder in der PKV?

Ein Optionstarif für Kinder ist kein klassischer Versicherungsschutz, sondern eine Art Eintrittskarte für die Zukunft. Das Kind ist während der Laufzeit des Optionstarifs nicht hierdurch in irgendeiner Form krankenversichert. Stattdessen sichert es sich das Recht, später ohne erneute Gesundheitsprüfung in einen vollwertigen PKV-Tarif zu wechseln. Auch lassen manche Optionstarife den späteren Abschluss von Zusatzversicherungen zu.

Das Entscheidende dabei: Der Gesundheitszustand zum Zeitpunkt des Abschlusses wird quasi eingefroren. Entwickelt dein Kind später Vorerkrankungen, Allergien oder chronische Beschwerden, haben diese keinen Einfluss mehr auf die spätere PKV-Aufnahme.

Warum ist der Options­tarif für Kinder so wichtig für die Zukunft?

Der Optionstarif Kinder PKV ist die Möglichkeit, den Zugang zur privaten Krankenversicherung dauerhaft zu sichern, unabhängig davon, wie sich die Gesundheit deines Kindes entwickelt. Ohne diese Absicherung muss dein Kind beim Eintritt in die PKV im Erwachsenenalter eine vollständige Gesundheitsprüfung durchlaufen. Wer dann Vorerkrankungen hat, bekommt entweder schlechteren Schutz für sein Geld, zahlt deutlich mehr oder wird im schlimmsten Fall ganz abgelehnt. Mit einem Optionstarif ist dieses Risiko gebannt.

Dabei geht es nicht nur um schwere Erkrankungen. Schon Allergien, ADHS, Rückenprobleme, eine abgeschlossene Psychotherapie oder häufige Arztkontakte im Kindesalter können bei einer späteren Gesundheitsprüfung zum Problem werden. Kinder entwickeln sich eben, und nicht alles lässt sich vorhersehen.

Viele Tarife knüpfen die Ausübung des Optionsrechts an konkrete Lebensereignisse. Der Abschluss einer Berufsausbildung, der Studienabschluss, der Wechsel in die Selbstständigkeit oder auch eine Entsendung ins Ausland berechtigen dazu, den Versicherungsschutz gezielt dann zu aktivieren, wenn er gebraucht wird, und das ohne erneute Gesundheitsprüfung.

Ab wann solltest du einen Options­tarif für dein Kind abschließen?

Die Antwort ist eindeutig: so früh wie möglich, am besten direkt nach der Geburt. Je jünger und gesünder dein Kind ist, desto besser ist die Ausgangslage für den Abschluss.

Besonders wichtig ist die sogenannte Kinder­nach­versicherungs­frist. Wenn ein Elternteil bereits seit mindestens drei Monaten privat krankenversichert ist, kann das Kind innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt ohne Gesundheitsprüfung und ohne Wartezeiten in die PKV aufgenommen werden. Das gilt sogar für angeborene Erkrankungen und Geburtsschäden. Diese Frist zu verpassen wäre ein erheblicher Nachteil.

Welche Leistungen sichert der Options­tarif Kinder PKV konkret ab?

Ein reiner Optionstarif erbringt zunächst keinerlei direkten Versicherungsleistungen. Er sichert in erster Linie das Recht auf den späteren Zugang zu einem vollwertigen PKV-Tarif. Die eigentlichen Leistungen kommen erst nach der Ausübung der Option zum Tragen.

Was dann abgedeckt sein kann, hängt vom konkret gewählten Tarif ab. Da es keine bundesweit einheitlichen Standards gibt, definiert jeder Versicherer seinen Leistungsumfang eigenständig. Typischerweise umfassen leistungsstarke PKV-Tarife, auf die ein Optionsrecht bestehen kann, folgende Bereiche:

  • Ambulante Versorgung: Freie Arztwahl auch bei Spezialisten, Heilpraktikerleistungen, Erstattung nach den Höchstsätzen der Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ), Psychotherapie sowie Arznei- und Heilmittel.

  • Stationäre Versorgung: Unterbringung im Ein- oder Zweibettzimmer, Spezialisten die du selbst aussuchen kannst, freie Krankenhauswahl und Rooming-in für eine Begleitperson.

  • Zahnärztliche Leistungen: Hohe Erstattungssätze für Zahnersatz wie Implantate und Inlays, Kieferorthopädie und Prophylaxe einschließlich professioneller Zahnreinigung.

  • Vorsorge und Impfungen: In vielen Tarifen fallen Vorsorgeuntersuchungen und Schutzimpfungen nicht unter den Selbstbehalt.

  • Weltweiter Auslandsschutz: Absicherung bei Reisen inklusive medizinisch notwendigem Rücktransport.

  • Angeborene Erkrankungen: Bei rechtzeitiger Anmeldung nach der Geburt sind oft auch Geburtsschäden und angeborene Anomalien vollständig mitversichert.

Wichtig zu wissen: Welche dieser Leistungen tatsächlich über das Optionsrecht wählbar sind, steht im jeweiligen Tarifbedingungswerk. Hier lohnt sich ein genauer Blick, bevor ein Vertrag abgeschlossen wird.

Wie hoch sind die Kosten für einen Options­tarif für Kinder?

Ein reiner Optionstarif ist vergleichsweise günstig, da das Kind noch keine aktiven Leistungen in Anspruch nimmt. Die Beiträge bewegen sich oft im Bereich von wenigen Euro pro Monat.

Anders sieht es aus, wenn das Kind direkt vollwertig in der PKV versichert wird. Für einen leistungsstarken Tarif liegen die monatlichen Beiträge realistisch zwischen 180 € und 250 €. Tarife, die deutlich darunter liegen, bieten häufig nur eingeschränkten Schutz.

Ein Beispiel aus dem Tarif Barmenia einsA expert zeigt, dass der Selbstbehalt für Kinder in vielen Tarifen niedriger ausfällt als für Erwachsene. Dort beträgt er für Kinder beispielsweise 165 € pro Jahr, während er für Erwachsene im selben Tarif bei 330 € liegt.

Bitte beachte, dass sich Tarife und Beitragssätze regelmäßig ändern können. Für aktuelle und tagesaktuelle Konditionen sprechen wir das gerne gemeinsam in einem Beratungsgespräch durch.

Worauf musst du beim Abschluss eines Options­tarifs besonders achten?

Der Abschluss eines Optionstarifs klingt einfach, hat aber einige Fallstricke, die du kennen solltest. Gerade weil die Bedingungen je nach Anbieter stark variieren, lohnt sich ein genauer Blick in die Tarifunterlagen, bevor du dich festlegst.

Der Zeitpunkt ist das A und O. Die Zwei-Monats-Frist nach der Geburt für die Kinder­nach­versicherung ohne Gesundheitsprüfung gilt es zwingend einzuhalten, sofern ein Elternteil bereits PKV-versichert ist. Wer diese Frist verpasst, verliert einen erheblichen Vorteil.

Daneben gibt es weitere Punkte, die du im Blick haben solltest:

  • Auslöser und Fristen für die Options­ausübung: Welche Lebensereignisse berechtigen zur Ausübung der Option? Und wie lang ist die Frist dafür? In vielen Tarifen beträgt sie nur zwei bis drei Monate nach dem Ereignis. Wer diese Frist verpasst, verliert das Optionsrecht für diesen Anlass.

  • Klare Dokumentation: Der Vertrag muss eindeutig belegen, dass eine Option für den späteren PKV-Eintritt ohne Gesundheitsprüfung enthalten ist.

  • Wählbare Tarife: Informiere dich, welche konkreten Tarife später über das Optionsrecht gewählt werden können. Nicht jede Option führt automatisch in einen hochwertigen Tarif.

  • Länge des Schutzes: Viele Optionstarife enden automatisch nach einigen Jahren.

In meiner Beratungspraxis sehe ich immer wieder, dass Eltern beim Thema Optionstarif auf den ersten Blick einfach wirkende Punkte übersehen, die später teuer werden können.

Informiere dich, welche konkreten Tarife später über das Optionsrecht gewählt werden können. Nicht jede Option führt automatisch in einen hochwertigen Tarif. Gute Anbieter ermöglichen darüber hinaus auch den Abschluss von privater Kranken­zusatz­versicherungen ohne erneute Gesundheitsprüfung, nicht nur den Einstieg in die PKV-Vollversicherung.

Fazit: Options­tarif PKV für Kinder ist eine der klügsten Vorsorge­maßnahmen überhaupt

Die private Krankenversicherung bietet, korrekt umgesetzt, deutlich umfangreichere Leistungen als die gesetzliche Krankenkasse. Mit dem Optionstarif sicherst du deinem Kind den Zugang zu genau diesen Leistungen, und zwar unabhängig davon, welche gesundheitliche Entwicklung es noch nimmt.

Der Schlüssel liegt im richtigen Timing. Direkt nach der Geburt ist der ideale Moment. Je früher du handelst, desto besser ist die Ausgangslage für dein Kind im Erwachsenenalter.

Gleichzeitig ist das Thema alles andere als simpel. Die Unterschiede zwischen den Tarifen sind erheblich. Welche Optionen später wählbar sind, wie die Fristen geregelt sind und ob sich der Abschluss in deiner konkreten Situation lohnt, lässt sich pauschal nicht beantworten. Jede Familie, jedes Kind und jede Lebenssituation ist anders.

Wenn du wissen willst, was für dein Kind wirklich passt, lass uns das gemeinsam durchgehen. Buche dir jetzt ein kostenfreies und unverbindliches Erstgespräch. Ich zeige dir, welche Möglichkeiten es gibt und was konkret zu euch passt.

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