Das Wichtigste in Kürze

  • Frühstart-Rente ab dem sechsten Lebensjahr geplant: Der Staat plant, für Kinder vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr monatlich 10 € in ein individuelles Altersvorsorgedepot einzuzahlen, insgesamt bis zu 1.440 €. Diese Regelung ist noch nicht final beschlossen und soll ab 2027 starten, rückwirkend mit Zahlungen ab Januar 2026.

  • Frühstart-Rente ist nicht gleich Altersvorsorgedepot: Bis 18 zahlt der Staat im Rahmen der Frühstart-Rente ein, danach geht es mit eigenen Beiträgen im Altersvorsorgedepot weiter.

  • Neuverträge für Erwachsene erst ab 2027: Das Altersvorsorgedepot kann von Anbietern ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Vorher ist noch kein Produkt abschließbar. Erste Berechnungen sind aber voraussichtlich schon ab November 2026 möglich, sodass du dich rechtzeitig vorbereiten kannst.

  • Berufseinsteigerbonus als klarer Altersanreiz: Wer vor dem 25. Geburtstag einen Vertrag abschließt, erhält einmalig 200 € zusätzliche Zulage.

  • Je früher der Start, desto geringer die nötige Sparrate: Ein langer Anlagehorizont erhöht die Renditeaussichten und lässt den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte wirken.

  • 12-Jahres-Frist für spät Startende relevant: Wer deutlich nach 53 einsteigt, erreicht die 12 Jahre bis zur frühestmöglichen Auszahlung mit 65 nicht mehr und verliert dadurch einen steuerlichen Vorteil beim ungeförderten Teil. Es sei denn, du lässt den Vertrag länger als bis 65 laufen, spätestens bis 70 ist das möglich.

  • Auszahlung frühestens ab 65: Das geförderte Kapital kann grundsätzlich erst ab Vollendung des 65. Lebensjahres ausgezahlt werden, spätestens ab 70.

  • Riester-Verträge laufen weiter: Bestehende Verträge bis Abschlussdatum 31.12.2026 bleiben nach altem Recht bestehen und können, müssen aber nicht, übertragen werden.

Was ist ein Alters­vorsorge­depot und wie unterscheidet es sich von klassischer privater Alters­vorsorge?

Bevor wir über das Alter reden, kurz zum Produkt selbst. Das Alters­vorsorge­depot ist ein Vertrag, den du mit einem Anbieter von Alters­vorsorge­produkten abschließt. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Riester-Produkten ist der Verzicht auf Garantien, um Chancen und rendite­orientierte Anlage­formen zu ermöglichen. Dein Geld wird angelegt, etwa in Fonds wie ETFs, und vom Staat gefördert. Die Kapital­erträge werden in der Anspar­phase nicht besteuert.

Bisher war die private Alters­vorsorge vor allem sicher, aber rendite­schwach. Versicherer, Bauspar­kassen und Investment­anbieter waren gesetzlich zur 100-prozentigen Beitrags­garantie gezwungen. Um diese Garantie zu halten, floss das Geld kaum in Aktien, sondern blieb vor allem im Deckungs­stock. Die Reform ist ein echter Paradigmen­wechsel, denn sie setzt auf Sicherheit im Alter durch Vermögens­aufbau statt durch reine Beitrags­garantien. Als Versicherungs­makler in Tübingen begleite ich Kunden dabei, die richtige Vorsorge­strategie für ihre persönliche Situation zu finden.

Welche Produkt­formen gibt es beim Alters­vorsorge­depot?

Insgesamt sind vier Produkt­formen zulässig, jede davon muss vom Bundes­zentralamt für Steuern zertifiziert werden.

Produkt­formGarantie auf deine BeiträgeKosten­deckelFür wen passt das?
Freies Alters­vorsorge­depotKeineNeinWer selbst entscheiden will, in welche Fonds oder ETFs das Geld fließt
Standard­produktKeineJa, max. 1,0 % Effektiv­kosten pro JahrWer eine einfache, günstige Lösung ohne eigene Fonds­auswahl sucht
Garantie­produkt 80 %80 % der eingezahlten BeiträgeNeinWer Rendite­chancen möchte, aber ein Sicherheits­netz braucht
Garantie­produkt 100 %100 % der eingezahlten BeiträgeNeinWer keinerlei Verlust der Einzahlungen riskieren will und dafür weniger Rendite in Kauf nimmt

Ein normales ETF-Depot ist flexibler, du kannst jederzeit frei anlegen und Geld entnehmen. Das Alters­vorsorge­depot bietet dafür staatliche Förderung und steuerliche Vorteile, ist dafür aber stärker an den Zweck der Alters­vorsorge gebunden. Von der Rürup-Rente unterscheidet es sich ebenfalls: Rürup gehört zur ersten Säule, das Alters­vorsorge­depot zur dritten Säule der Alters­vorsorge. Eine Übertragung von Rürup ins Alters­vorsorge­depot ist nicht vorgesehen.

Ab welchem Alter kann ein Alters­vorsorge­depot für Kinder mit Früh­start-Rente eröffnet werden?

Hier wird es spannend, und das ist auch der Punkt, der mich als Vater persönlich am meisten interessiert. Die Bundes­regierung plant mit der sogenannten Früh­start-Rente ein neues Konzept, das Kinder früh in die Alters­vorsorge einbindet. Wichtig zu wissen: Diese Regelung ist aktuell geplant, aber noch nicht abschließend beschlossen. Ich formuliere das bewusst vorsichtig, weil sich Details noch ändern können. Nach aktuellem Plan soll das Programm 2027 offiziell starten, die Zahlungen sollen dabei aber rückwirkend bereits ab Januar 2026 erfolgen.

Nach aktuellen Plänen soll der Staat für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr bis zum 18. Geburtstag monatlich 10 € in ein individuelles, privat­wirtschaftlich organisiertes Alters­vorsorge­depot einzahlen, insgesamt bis zu 1.440 €. Anders als beim Alters­vorsorge­depot für Erwachsene übernimmt der Staat hier komplett die Einzahlungen, ein eigener Kapitaleinsatz ist nicht nötig.

Ganz wichtig ist mir die Abgrenzung: Die Früh­start-Rente ist nicht dasselbe wie das Alters­vorsorge­depot für Erwachsene. Es handelt sich um ein eigenständiges Förder­modell mit anderen Beträgen und Regeln. Bei der Reform wird laut Bundes­finanz­ministerium auf eine enge Verzahnung geachtet, damit später ein nahtloser Übergang von der Früh­start-Rente in die private Alters­vorsorge möglich wird.

Wie funktioniert die Früh­start-Rente im Alters­vorsorge­depot zwischen 6 und 18 Jahren?

Nach den aktuellen Plänen zahlt der Staat vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr des Kindes monatlich 10 € ein. Die Erträge sollen bis zum Renten­eintritt steuerfrei bleiben. Die Einführung erfolgt schrittweise nach Geburts­jahrgang.

Der erste betroffene Jahrgang wäre demnach der Jahrgang 2020, also Kinder, die 2026 sechs Jahre alt werden oder wurden. Für sie soll der Staat rückwirkend ab Januar 2026 zahlen. Jedes weitere Jahr würde ein neuer Jahrgang hinzukommen.

Was ich dabei wichtig finde festzuhalten: Ein Kind, das heute schon 10 oder 14 Jahre alt ist, gehört nicht zu den bisher vorgesehenen Jahrgängen und würde aktuell noch nichts erhalten. Das mag im ersten Moment ungerecht wirken, ist aber der Preis einer schrittweisen Einführung. Aus meiner Erfahrung ist es trotzdem sinnvoll, das Thema für die eigenen Kinder im Blick zu behalten, auch wenn die konkrete Ausgestaltung noch nicht final steht.

Um eine Idee vom möglichen Ergebnis zu geben: Ein Kind, das die volle Förderung erhält und das Geld über die gesamte Laufzeit in einen globalen Aktien-ETF investiert bekommt, könnte bei historischen Durchschnitts­renditen mit etwa 73.000 € in Rente gehen. Das ist natürlich nur eine unverbindliche Modell­rechnung, zeigt aber gut, welche Wirkung der lange Anlage­horizont selbst bei einem vergleichsweise kleinen monatlichen Betrag entfalten kann.

Was passiert mit der Früh­start-Rente ab dem 18. Lebens­jahr deines Kindes?

Bis zum 18. Lebensjahr handelt es sich um die Früh­start-Rente. Nach den aktuellen Plänen zahlt der Staat bis dahin monatlich 10 € in das Depot deines Kindes ein. Ab dem 18. Geburtstag geht die Früh­start-Rente dann in das Alters­vorsorge­depot über. Ab diesem Zeitpunkt zahlt dein Kind selbst ein und erhält dafür die regulären Zulagen für Erwachsene. Bei der Reform wird ausdrücklich auf eine enge Verzahnung beider Modelle geachtet, damit dieser Übergang nahtlos funktioniert.

Konkrete Detail­regelungen zum Übergang liegen aktuell noch nicht vor. Ich halte mich hier bewusst zurück und spekuliere nicht über Details, die noch nicht final festgelegt sind. Was ich aber sagen kann: Das Grundprinzip einer nahtlosen Fortführung ist sinnvoll, weil so kein Bruch zwischen staatlicher Förderung in der Kindheit und eigener Vorsorge entsteht.

Ab welchem Alter solltest du selbst mit einem Alters­vorsorge­depot starten?

Für Erwachsene gilt die klare Antwort, so früh wie möglich. Und das nicht als Floskel, sondern weil der Zeitfaktor bei rendite­orientierten Anlagen tatsächlich der wichtigste Hebel ist. Ein langer Anlage­horizont erhöht die Rendite­aussichten deutlich. Je früher du beginnst, desto geringer müssen die monatlichen Zahlungen ausfallen, um ein gewünschtes Versorgungs­niveau zu erreichen.

Ein besonders konkreter Anreiz ist der Berufs­einsteiger­bonus. Wer vor dem 25. Geburtstag einen Alters­vorsorge­vertrag abschließt, erhält einmalig 200 € zusätzliche Zulage. Die genaue gesetzliche Formulierung lautet, dass Alters­vorsorgende, die zu Beginn des Beitrags­jahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen diesen Bonus erhalten.

Aus meiner Erfahrung ist genau dieser Bonus ein Punkt, den viele junge Berufs­einsteiger schlicht nicht kennen. Über Zeiträume von 20 oder 30 Jahren glätten sich Markt­schwankungen fast immer aus, und der Zins­eszins­effekt wirkt dabei auf eingezahlte Beiträge, Zulagen und Erträge gleichermaßen. Wer früh startet, nutzt diesen Effekt über die maximal mögliche Zeitspanne.

Ab wann ist ein Alters­vorsorge­depot für Erwachsene möglich und welche Fristen gelten?

Neue Produkte können ab dem 1. Januar 2027 von Anbietern angeboten werden. Aktuell ist noch kein Alters­vorsorge­depot abschließbar. Verträge, die bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden, laufen dauerhaft nach dem alten Riester-Recht weiter. Verträge ab dem 1. Januar 2027 unterliegen dem neuen Recht des Alters­vorsorge­depots.

Wichtig sind auch die Beitragsgrenzen. Der Mindest­beitrag für die Förderung liegt bei 120 € pro Jahr, also 10 € im Monat. Der maximal geförderte Eigen­beitrag liegt bei 1.800 € pro Jahr, also 150 € monatlich. Insgesamt, also inklusive ungefördertem Teil, kannst du bis zu 6.840 € pro Jahr einzahlen, das entspricht 570 € im Monat.

Warum kann ein später Start beim Alters­vorsorge­depot steuerlich zum Nachteil werden?

Das Mindest-Renten­beginn­alter steigt beim Alters­vorsorge­depot auf 65 Jahre, bei Riester lag es bislang bei 62. Der frühest­mögliche Beginn der Auszahlungs­phase ist die Vollendung des 65. Lebensjahres, spätestens die Vollendung des 70. Lebensjahres. Ein früherer Beginn ist nur zulässig, wenn bereits eine gesetzliche Altersrente oder Beamten­pension gezahlt wird.

Hier kommt ein Detail ins Spiel, das ich vielen meiner Kunden erklären muss. Beim ungeförderten Teil deiner Einzahlungen greift ein steuerlicher Vorteil, das sogenannte Halb­einkünfte­verfahren, nur, wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre läuft. Da die Auszahlung frühestens mit 65 beginnt, bedeutet das: Wer deutlich nach dem 53. Geburtstag einsteigt, erreicht diese 12 Jahre bis 65 nicht mehr. Er müsste die Auszahlung nach hinten schieben, um noch von der halben Besteuerung zu profitieren. Wichtig dabei, die Zulagen selbst sind davon nicht betroffen, sie bleiben unabhängig von der Vertrags­laufzeit erhalten.

In welchem Alter solltest du mit einem Alters­vorsorge­depot welches Sparziel anpeilen?

Das Grundprinzip ist einfach formuliert: Je früher du mit dem Sparen beginnst, desto geringer müssen die monatlichen Zahlungen ausfallen, um ein gewünschtes Versorgungs­niveau zu erreichen. Wie stark sich die staatliche Förderung im Alters­vorsorge­depot je nach Sparrate und Familien­situation unterscheidet, zeigt ein Blick auf unterschiedliche Muster­fälle.

PersonEinzahlung pro MonatFörderung gesamtFörder­quote
Max150 €540 €30 %
Anna (2 Kinder)30 €780 €217 %
Michael (2 Kinder)10 €300 €250 %
Julia300 €840 €23 %

Was an dieser Tabelle sofort auffällt: Kleine Beiträge werden überproportional stark gefördert, besonders wenn Kinder im Spiel sind. Auf die ersten 30 € im Monat gibt es eine Sofort­rendite vom Staat von 50 %, das ist der stärkste Hebel überhaupt. Weil die Förder­quote gestaffelt ist, sinkt sie im Schnitt, je mehr du einzahlst.

Für die konkrete Ziel­planung bedeutet das: Wer wenig Spielraum hat, sollte trotzdem mit einem kleinen Betrag starten, weil die relative Förderung hier am größten ist. Wer mehr einzahlen kann, profitiert vor allem vom langen Zins­eszins­effekt über die Jahre.

In welchem Alter ist es realistisch 100.000 Euro für die Alters­vorsorge angespart zu haben?

Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht, das hängt stark von Startalter, Sparrate und erzielter Rendite ab. Ich sage meinen Kunden immer ehrlich, dass sich das nicht auf ein festes Alter herunterbrechen lässt. Ein Beispiel­rechner kann aber eine gute Orientierung geben.

Bei einem Start ab Geburtsjahr 1995 und einer erwarteten jährlichen Rendite von 7 % ergibt sich zum Renten­eintritt mit 67 ein End­vermögen von rund 212.020 € nach Steuern. Bei einer Inflation von 2 % entspricht das einer heutigen Kauf­kraft von etwa 106.016 €. Damit rückt die 100.000-Euro-Marke bei konsequentem, frühem Sparen durchaus in erreichbare Nähe.

Der entscheidende Hebel bleibt dabei immer der Zins­eszins­effekt, der auf Beiträge, Zulagen und Erträge gleichermaßen wirkt. Solche Rechner dienen aber ausschließlich der unverbindlichen Orientierung, individuelle Werte können je nach persönlicher Situation deutlich abweichen.

Für wen ist ein Alters­vorsorge­depot besonders geeignet?

Besonders geeignet ist das Alters­vorsorge­depot für alle, die langfristig fürs Alter sparen möchten, staatliche Förderung mitnehmen wollen und dabei mehr Rendite­chancen suchen als bei klassischen Garantie­produkten. Konkret sehe ich in meiner Beratungs­praxis vor allem folgende Gruppen profitieren:

  • Familien mit Kindern: weil zusätzlich zur Grund­zulage Kinder­zulagen vorgesehen sind

  • Berufs­einsteiger: die vom zusätzlichen Bonus von 200 € profitieren können

  • Selbst­ständige: da die Begrenzung auf pflicht­versicherte Selbst­ständige wegfällt und jetzt auch alle sonstigen Selbst­ständigen mit Einkünften aus Gewerbe­betrieb oder selbst­ständiger Arbeit erfasst sind

  • Arbeit­nehmer: die eine rendite­orientierte Ergänzung zur gesetzlichen Rente suchen

Eher nicht geeignet ist das Alters­vorsorge­depot für Menschen, die maximale Flexibilität möchten und jederzeit frei auf ihr Geld zugreifen wollen. Ein klassisches Depot ist in diesem Fall die freiere Lösung. Auch wer bereits einen Riester-Vertrag mit guten Konditionen oder hohen Garantien besitzt, sollte einen Wechsel nicht vorschnell angehen. Riester bleibt besonders vorteilhaft für Familien mit geringem bis mittlerem Einkommen, Alleinerziehende und niedrigere Einkommen, während das Alters­vorsorge­depot vor allem für Gut­verdiener mit geringem Eigen­beitrag interessant ist, die bisher nur eine geringe, anteilige Zulage erhielten.

Welche staatlichen Förderungen bekommst du im Alters­vorsorge­depot und ab welchem Alter greifen sie?

Die staatliche Förderung beim Alters­vorsorge­depot hängt nicht von deinem Einkommen ab, sondern bemisst sich linear proportional vom Eigen­beitrag. Der bisherige einkommens­abhängige Mindest­eigen­beitrag von 4 % des Vorjahres­einkommens fällt damit weg, was die Berechnung deutlich vereinfacht. Je nach Alter und Lebens­situation greift die Förderung dabei unterschiedlich stark.

Die Grund­zulage funktioniert zwei­stufig. Für die ersten 360 € Eigen­beitrag gibt es 50 Cent pro eingezahltem Euro, das sind bis zu 180 € Zulage. Für weitere 1.440 €, also von 361 bis 1.800 €, gibt es noch 25 Cent pro Euro, das sind bis zu 360 € zusätzlich. Zusammen ergibt das maximal 540 € Grund­zulage pro Jahr. Zum Vergleich, bei Riester lag die maximale Grund­zulage nur bei 175 €.

Wie funktioniert die Kinder­zulage?

Die Kinder­zulage beträgt 100 % des Eigen­beitrags, maximal 300 € pro Kind und Jahr. Sie ist bereits bei einem Eigen­beitrag von 300 € im Jahr, also 25 € im Monat, voll ausgeschöpft. Neu ist, dass die Berechtigung künftig unabhängig vom Geschlecht des Eltern­teils festgelegt werden kann, bisher lief das grundsätzlich über die Mutter.

Der Berufs­einsteiger­bonus von einmalig 200 € greift, wenn du zu Beginn des Beitrags­jahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hast. Voraussetzung für die Grund­zulage generell ist die unmittelbare Zulage­berechtigung sowie die Zahlung von jährlich mindestens 120 €.

Welche steuerlichen Vorteile bietet das Alters­vorsorge­depot und warum spielt dein Alter dabei eine Rolle?

Das Grundprinzip ist die Steuer­freiheit in der Anspar­phase kombiniert mit einer nach­gelagerten Besteuerung in der Auszahlungs­phase. In der Anspar­phase fallen keine Steuern auf Wert­steigerungen oder Erträge an. Auch die sonst lästige Vorab­pauschale entfällt komplett, und das nicht nur bis 1.800 €, sondern für Einzahlungen bis 6.840 € pro Jahr. Selbst Erträge bei einem Rebalancing oder Fonds­wechsel bleiben steuerfrei.

Deine Beiträge kannst du außerdem als Sonder­ausgaben geltend machen, maximal 1.800 € plus Zulagen. Wichtig dabei: Zulage und Steuer­vorteil bekommst du nicht zusätzlich zueinander. Das Finanzamt prüft automatisch im Rahmen einer Günstiger­prüfung im Alters­vorsorge­depot, ob der Sonder­ausgaben­abzug einen größeren Vorteil bringt. Nur die Differenz wird dir gegebenenfalls gut­geschrieben.

In der Auszahlungs­phase werden Leistungen aus geförderten Beiträgen nach § 22 Nr. 5 EStG vollständig mit deinem persönlichen Steuer­satz besteuert. Der individuelle Steuer­satz ist im Alter in den meisten Fällen niedriger als im Erwerbs­leben, was für viele einen echten Vorteil darstellt.

Und hier kommt wieder das Alter ins Spiel. Beim ungeförderten Teil greift bei Auszahl­plan oder Einmal­auszahlung das Halb­einkünfte­verfahren nur bei einer Mindest­laufzeit von 12 Jahren. Wer nach dem 53. Geburtstag einsteigt, verpasst diese Frist bis zur frühest­möglichen Auszahlung mit 65. Bei einer lebens­langen Leib­rente gilt stattdessen die günstigere Ertrags­anteil­besteuerung, die bei Renten­beginn mit 65 bei rund 18 % der Zahlung liegt.

Wie wirkt sich ein später Start beim Alters­vorsorge­depot auf deine spätere Rente aus?

Ein langer Anlage­horizont erhöht die Rendite­aussichten deutlich. Je früher du beginnst, desto geringer müssen die monatlichen Zahlungen ausfallen, um dein gewünschtes Versorgungs­niveau zu erreichen. Umgekehrt gilt: Wer später startet, muss deutlich höhere monatliche Beträge einzahlen, um das gleiche Ziel zu erreichen, und profitiert kürzer vom Zins­eszins­effekt.

Dieser Zins­eszins­effekt wirkt dabei nicht nur auf deine eigenen Beiträge, sondern auch auf Zulagen und Erträge. Über 20 oder 30 Jahre glätten sich Markt­schwankungen fast immer aus, was besonders für früh startende Sparer relevant ist.

Aus meiner Erfahrung sehe ich häufig, dass ein später Start zwei Nachteile gleichzeitig mit sich bringt. Zum einen bleiben weniger Jahre mit Grund­zulage, weil die Förderung an die Einzahlungs­jahre gekoppelt ist. Zum anderen kann, wie bereits erklärt, die 12-Jahres-Frist für den steuerlichen Vorteil beim ungeförderten Teil kritisch werden, besonders für spät startende Gut­verdiener.

Wann solltest du zusätzlich zur gesetzlichen Rente mit privater Alters­vorsorge beginnen?

Neben der gesetzlichen Rente und einer möglichen Betriebs­rente muss eine private Alters­vorsorge helfen, deinen persönlichen Lebens­standard im Alter zu sichern. Mit steigender Lebens­erwartung verbringen immer mehr Menschen mehr Jahre im Ruhestand, weshalb es sinnvoll sein kann, schon früh einen Teil des Einkommens zurückzulegen.

Aufgrund des demografischen Wandels ist die zusätzliche Vorsorge für das Alter neben der Basis­versorgung wichtiger denn je. Das Alters­vorsorge­depot gehört zur dritten Säule der Alters­vorsorge und kann genau diese Lücke schließen.

Fazit: Beim Alters­vorsorge­depot zählt vor allem das richtige Timing

Das Alters­vorsorge­depot ist beschlossene Sache und wird ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein. Die Frage nach dem richtigen Alter hat zwei Antworten. Für Kinder plant der Staat mit der Früh­start-Rente einen Einstieg ab dem sechsten Lebensjahr, auch wenn diese Regelung noch nicht final beschlossen ist. Für Erwachsene gilt ganz klar, je früher, desto besser, mit einem konkreten Anreiz durch den Berufs­einsteiger­bonus von 200 € bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.

Was mich an diesem Konzept überzeugt, ist die Kombination aus staatlicher Förderung, echtem Kosten­deckel und steuerfreiem Wachstum in der Anspar­phase. Ob sich für dich ein Neuabschluss lohnt, ob du einen bestehenden Riester-Vertrag behalten oder übertragen solltest und wie viel du monatlich einzahlen solltest, das lässt sich nicht pauschal beantworten. Buch dir jetzt dein Kostenfreies Erstgespräch – 45 Minuten, digital, ohne Verkaufsgelaber. Ich schaue mir deine Situation an und sage dir ehrlich, welche Schritte sich für dich lohnen.

FAQ zum Alters­vorsorge­depot: Ab welchem Alter lohnt sich der Einstieg wirklich?

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