
Benedikt Deutsch
Vater & Versicherungsexperte
Inhaltsverzeichnis
Altersvorsorgedepot: Ab welchem Alter lohnt sich der Einstieg wirklich?
Das Altersvorsorgedepot ist das neue Herzstück der reformierten privaten Altersvorsorge in Deutschland. Eine Frage höre ich dabei immer wieder: Ab wann lohnt sich das überhaupt? Die ehrliche Antwort lautet, früher als du denkst. Denn parallel plant die Bundesregierung laut Koalitionsvertrag die Frühstart-Rente: Der Staat soll für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr monatlich 10 € in ein Altersvorsorgedepot einzahlen. Das Kabinett hat den Gesetzentwurf im August 2026 beschlossen, die Zustimmung des Bundestags steht noch aus. Für Erwachsene gelten zudem klare Fristen und Altersgrenzen. In diesem Beitrag erfährst du, ab welchem Alter ein Altersvorsorgedepot möglich ist, welche Förderungen es gibt und wann der Einstieg für dich Sinn ergibt.
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25.09.2026

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Das Wichtigste in Kürze
Frühstart-Rente ab dem sechsten Lebensjahr geplant: Der Staat plant, für Kinder vom vollendeten 6. bis zum vollendeten 18. Lebensjahr monatlich 10 € in ein individuelles Altersvorsorgedepot einzuzahlen, insgesamt bis zu 1.440 €. Diese Regelung ist noch nicht final beschlossen und soll ab 2027 starten, rückwirkend mit Zahlungen ab Januar 2026.
Frühstart-Rente ist nicht gleich Altersvorsorgedepot: Bis 18 zahlt der Staat im Rahmen der Frühstart-Rente ein, danach geht es mit eigenen Beiträgen im Altersvorsorgedepot weiter.
Neuverträge für Erwachsene erst ab 2027: Das Altersvorsorgedepot kann von Anbietern ab dem 1. Januar 2027 angeboten werden. Vorher ist noch kein Produkt abschließbar. Erste Berechnungen sind aber voraussichtlich schon ab November 2026 möglich, sodass du dich rechtzeitig vorbereiten kannst.
Berufseinsteigerbonus als klarer Altersanreiz: Wer vor dem 25. Geburtstag einen Vertrag abschließt, erhält einmalig 200 € zusätzliche Zulage.
Je früher der Start, desto geringer die nötige Sparrate: Ein langer Anlagehorizont erhöht die Renditeaussichten und lässt den Zinseszinseffekt über Jahrzehnte wirken.
12-Jahres-Frist für spät Startende relevant: Wer deutlich nach 53 einsteigt, erreicht die 12 Jahre bis zur frühestmöglichen Auszahlung mit 65 nicht mehr und verliert dadurch einen steuerlichen Vorteil beim ungeförderten Teil. Es sei denn, du lässt den Vertrag länger als bis 65 laufen, spätestens bis 70 ist das möglich.
Auszahlung frühestens ab 65: Das geförderte Kapital kann grundsätzlich erst ab Vollendung des 65. Lebensjahres ausgezahlt werden, spätestens ab 70.
Riester-Verträge laufen weiter: Bestehende Verträge bis Abschlussdatum 31.12.2026 bleiben nach altem Recht bestehen und können, müssen aber nicht, übertragen werden.
Was ist ein Altersvorsorgedepot und wie unterscheidet es sich von klassischer privater Altersvorsorge?
Bevor wir über das Alter reden, kurz zum Produkt selbst. Das Altersvorsorgedepot ist ein Vertrag, den du mit einem Anbieter von Altersvorsorgeprodukten abschließt. Der entscheidende Unterschied zu klassischen Riester-Produkten ist der Verzicht auf Garantien, um Chancen und renditeorientierte Anlageformen zu ermöglichen. Dein Geld wird angelegt, etwa in Fonds wie ETFs, und vom Staat gefördert. Die Kapitalerträge werden in der Ansparphase nicht besteuert.
Bisher war die private Altersvorsorge vor allem sicher, aber renditeschwach. Versicherer, Bausparkassen und Investmentanbieter waren gesetzlich zur 100-prozentigen Beitragsgarantie gezwungen. Um diese Garantie zu halten, floss das Geld kaum in Aktien, sondern blieb vor allem im Deckungsstock. Die Reform ist ein echter Paradigmenwechsel, denn sie setzt auf Sicherheit im Alter durch Vermögensaufbau statt durch reine Beitragsgarantien. Als Versicherungsmakler in Tübingen begleite ich Kunden dabei, die richtige Vorsorgestrategie für ihre persönliche Situation zu finden.
Welche Produktformen gibt es beim Altersvorsorgedepot?
Insgesamt sind vier Produktformen zulässig, jede davon muss vom Bundeszentralamt für Steuern zertifiziert werden.
| Produktform | Garantie auf deine Beiträge | Kostendeckel | Für wen passt das? |
| Freies Altersvorsorgedepot | Keine | Nein | Wer selbst entscheiden will, in welche Fonds oder ETFs das Geld fließt |
| Standardprodukt | Keine | Ja, max. 1,0 % Effektivkosten pro Jahr | Wer eine einfache, günstige Lösung ohne eigene Fondsauswahl sucht |
| Garantieprodukt 80 % | 80 % der eingezahlten Beiträge | Nein | Wer Renditechancen möchte, aber ein Sicherheitsnetz braucht |
| Garantieprodukt 100 % | 100 % der eingezahlten Beiträge | Nein | Wer keinerlei Verlust der Einzahlungen riskieren will und dafür weniger Rendite in Kauf nimmt |
Wichtig:
Der Kostendeckel von 1,0 % gilt ausschließlich für das Standardprodukt, nicht für das freie Depot oder die Garantieprodukte.
Ein normales ETF-Depot ist flexibler, du kannst jederzeit frei anlegen und Geld entnehmen. Das Altersvorsorgedepot bietet dafür staatliche Förderung und steuerliche Vorteile, ist dafür aber stärker an den Zweck der Altersvorsorge gebunden. Von der Rürup-Rente unterscheidet es sich ebenfalls: Rürup gehört zur ersten Säule, das Altersvorsorgedepot zur dritten Säule der Altersvorsorge. Eine Übertragung von Rürup ins Altersvorsorgedepot ist nicht vorgesehen.
Ab welchem Alter kann ein Altersvorsorgedepot für Kinder mit Frühstart-Rente eröffnet werden?
Hier wird es spannend, und das ist auch der Punkt, der mich als Vater persönlich am meisten interessiert. Die Bundesregierung plant mit der sogenannten Frühstart-Rente ein neues Konzept, das Kinder früh in die Altersvorsorge einbindet. Wichtig zu wissen: Diese Regelung ist aktuell geplant, aber noch nicht abschließend beschlossen. Ich formuliere das bewusst vorsichtig, weil sich Details noch ändern können. Nach aktuellem Plan soll das Programm 2027 offiziell starten, die Zahlungen sollen dabei aber rückwirkend bereits ab Januar 2026 erfolgen.
Nach aktuellen Plänen soll der Staat für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr bis zum 18. Geburtstag monatlich 10 € in ein individuelles, privatwirtschaftlich organisiertes Altersvorsorgedepot einzahlen, insgesamt bis zu 1.440 €. Anders als beim Altersvorsorgedepot für Erwachsene übernimmt der Staat hier komplett die Einzahlungen, ein eigener Kapitaleinsatz ist nicht nötig.
Ganz wichtig ist mir die Abgrenzung: Die Frühstart-Rente ist nicht dasselbe wie das Altersvorsorgedepot für Erwachsene. Es handelt sich um ein eigenständiges Fördermodell mit anderen Beträgen und Regeln. Bei der Reform wird laut Bundesfinanzministerium auf eine enge Verzahnung geachtet, damit später ein nahtloser Übergang von der Frühstart-Rente in die private Altersvorsorge möglich wird.

10 € monatlich sind ein symbolischer Beitrag. Echter Vermögensaufbau erfordert in aller Regel zusätzliche Sparleistungen der Eltern. Die Frühstart-Rente ist ein guter Anfang, aber kein Ersatz für eine umfassende Vorsorgestrategie.
Benedikt Deutsch
Versicherungsmakler für Vollkontaktsportler & junge Familien
Wie funktioniert die Frühstart-Rente im Altersvorsorgedepot zwischen 6 und 18 Jahren?
Nach den aktuellen Plänen zahlt der Staat vom sechsten bis zum 18. Lebensjahr des Kindes monatlich 10 € ein. Die Erträge sollen bis zum Renteneintritt steuerfrei bleiben. Die Einführung erfolgt schrittweise nach Geburtsjahrgang.
Der erste betroffene Jahrgang wäre demnach der Jahrgang 2020, also Kinder, die 2026 sechs Jahre alt werden oder wurden. Für sie soll der Staat rückwirkend ab Januar 2026 zahlen. Jedes weitere Jahr würde ein neuer Jahrgang hinzukommen.
Was ich dabei wichtig finde festzuhalten: Ein Kind, das heute schon 10 oder 14 Jahre alt ist, gehört nicht zu den bisher vorgesehenen Jahrgängen und würde aktuell noch nichts erhalten. Das mag im ersten Moment ungerecht wirken, ist aber der Preis einer schrittweisen Einführung. Aus meiner Erfahrung ist es trotzdem sinnvoll, das Thema für die eigenen Kinder im Blick zu behalten, auch wenn die konkrete Ausgestaltung noch nicht final steht.
Um eine Idee vom möglichen Ergebnis zu geben: Ein Kind, das die volle Förderung erhält und das Geld über die gesamte Laufzeit in einen globalen Aktien-ETF investiert bekommt, könnte bei historischen Durchschnittsrenditen mit etwa 73.000 € in Rente gehen. Das ist natürlich nur eine unverbindliche Modellrechnung, zeigt aber gut, welche Wirkung der lange Anlagehorizont selbst bei einem vergleichsweise kleinen monatlichen Betrag entfalten kann.
Was passiert mit der Frühstart-Rente ab dem 18. Lebensjahr deines Kindes?
Bis zum 18. Lebensjahr handelt es sich um die Frühstart-Rente. Nach den aktuellen Plänen zahlt der Staat bis dahin monatlich 10 € in das Depot deines Kindes ein. Ab dem 18. Geburtstag geht die Frühstart-Rente dann in das Altersvorsorgedepot über. Ab diesem Zeitpunkt zahlt dein Kind selbst ein und erhält dafür die regulären Zulagen für Erwachsene. Bei der Reform wird ausdrücklich auf eine enge Verzahnung beider Modelle geachtet, damit dieser Übergang nahtlos funktioniert.
Konkrete Detailregelungen zum Übergang liegen aktuell noch nicht vor. Ich halte mich hier bewusst zurück und spekuliere nicht über Details, die noch nicht final festgelegt sind. Was ich aber sagen kann: Das Grundprinzip einer nahtlosen Fortführung ist sinnvoll, weil so kein Bruch zwischen staatlicher Förderung in der Kindheit und eigener Vorsorge entsteht.
Ab welchem Alter solltest du selbst mit einem Altersvorsorgedepot starten?
Für Erwachsene gilt die klare Antwort, so früh wie möglich. Und das nicht als Floskel, sondern weil der Zeitfaktor bei renditeorientierten Anlagen tatsächlich der wichtigste Hebel ist. Ein langer Anlagehorizont erhöht die Renditeaussichten deutlich. Je früher du beginnst, desto geringer müssen die monatlichen Zahlungen ausfallen, um ein gewünschtes Versorgungsniveau zu erreichen.
Ein besonders konkreter Anreiz ist der Berufseinsteigerbonus. Wer vor dem 25. Geburtstag einen Altersvorsorgevertrag abschließt, erhält einmalig 200 € zusätzliche Zulage. Die genaue gesetzliche Formulierung lautet, dass Altersvorsorgende, die zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, bei Vorliegen der weiteren Voraussetzungen diesen Bonus erhalten.
Aus meiner Erfahrung ist genau dieser Bonus ein Punkt, den viele junge Berufseinsteiger schlicht nicht kennen. Über Zeiträume von 20 oder 30 Jahren glätten sich Marktschwankungen fast immer aus, und der Zinseszinseffekt wirkt dabei auf eingezahlte Beiträge, Zulagen und Erträge gleichermaßen. Wer früh startet, nutzt diesen Effekt über die maximal mögliche Zeitspanne.
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Ab wann ist ein Altersvorsorgedepot für Erwachsene möglich und welche Fristen gelten?
Neue Produkte können ab dem 1. Januar 2027 von Anbietern angeboten werden. Aktuell ist noch kein Altersvorsorgedepot abschließbar. Verträge, die bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden, laufen dauerhaft nach dem alten Riester-Recht weiter. Verträge ab dem 1. Januar 2027 unterliegen dem neuen Recht des Altersvorsorgedepots.
Wichtig sind auch die Beitragsgrenzen. Der Mindestbeitrag für die Förderung liegt bei 120 € pro Jahr, also 10 € im Monat. Der maximal geförderte Eigenbeitrag liegt bei 1.800 € pro Jahr, also 150 € monatlich. Insgesamt, also inklusive ungefördertem Teil, kannst du bis zu 6.840 € pro Jahr einzahlen, das entspricht 570 € im Monat.
Warum kann ein später Start beim Altersvorsorgedepot steuerlich zum Nachteil werden?
Das Mindest-Rentenbeginnalter steigt beim Altersvorsorgedepot auf 65 Jahre, bei Riester lag es bislang bei 62. Der frühestmögliche Beginn der Auszahlungsphase ist die Vollendung des 65. Lebensjahres, spätestens die Vollendung des 70. Lebensjahres. Ein früherer Beginn ist nur zulässig, wenn bereits eine gesetzliche Altersrente oder Beamtenpension gezahlt wird.
Hier kommt ein Detail ins Spiel, das ich vielen meiner Kunden erklären muss. Beim ungeförderten Teil deiner Einzahlungen greift ein steuerlicher Vorteil, das sogenannte Halbeinkünfteverfahren, nur, wenn der Vertrag mindestens 12 Jahre läuft. Da die Auszahlung frühestens mit 65 beginnt, bedeutet das: Wer deutlich nach dem 53. Geburtstag einsteigt, erreicht diese 12 Jahre bis 65 nicht mehr. Er müsste die Auszahlung nach hinten schieben, um noch von der halben Besteuerung zu profitieren. Wichtig dabei, die Zulagen selbst sind davon nicht betroffen, sie bleiben unabhängig von der Vertragslaufzeit erhalten.
In welchem Alter solltest du mit einem Altersvorsorgedepot welches Sparziel anpeilen?
Das Grundprinzip ist einfach formuliert: Je früher du mit dem Sparen beginnst, desto geringer müssen die monatlichen Zahlungen ausfallen, um ein gewünschtes Versorgungsniveau zu erreichen. Wie stark sich die staatliche Förderung im Altersvorsorgedepot je nach Sparrate und Familiensituation unterscheidet, zeigt ein Blick auf unterschiedliche Musterfälle.
| Person | Einzahlung pro Monat | Förderung gesamt | Förderquote |
| Max | 150 € | 540 € | 30 % |
| Anna (2 Kinder) | 30 € | 780 € | 217 % |
| Michael (2 Kinder) | 10 € | 300 € | 250 % |
| Julia | 300 € | 840 € | 23 % |
Was an dieser Tabelle sofort auffällt: Kleine Beiträge werden überproportional stark gefördert, besonders wenn Kinder im Spiel sind. Auf die ersten 30 € im Monat gibt es eine Sofortrendite vom Staat von 50 %, das ist der stärkste Hebel überhaupt. Weil die Förderquote gestaffelt ist, sinkt sie im Schnitt, je mehr du einzahlst.
Für die konkrete Zielplanung bedeutet das: Wer wenig Spielraum hat, sollte trotzdem mit einem kleinen Betrag starten, weil die relative Förderung hier am größten ist. Wer mehr einzahlen kann, profitiert vor allem vom langen Zinseszinseffekt über die Jahre.
In welchem Alter ist es realistisch 100.000 Euro für die Altersvorsorge angespart zu haben?
Eine pauschale Antwort auf diese Frage gibt es nicht, das hängt stark von Startalter, Sparrate und erzielter Rendite ab. Ich sage meinen Kunden immer ehrlich, dass sich das nicht auf ein festes Alter herunterbrechen lässt. Ein Beispielrechner kann aber eine gute Orientierung geben.
Bei einem Start ab Geburtsjahr 1995 und einer erwarteten jährlichen Rendite von 7 % ergibt sich zum Renteneintritt mit 67 ein Endvermögen von rund 212.020 € nach Steuern. Bei einer Inflation von 2 % entspricht das einer heutigen Kaufkraft von etwa 106.016 €. Damit rückt die 100.000-Euro-Marke bei konsequentem, frühem Sparen durchaus in erreichbare Nähe.
Der entscheidende Hebel bleibt dabei immer der Zinseszinseffekt, der auf Beiträge, Zulagen und Erträge gleichermaßen wirkt. Solche Rechner dienen aber ausschließlich der unverbindlichen Orientierung, individuelle Werte können je nach persönlicher Situation deutlich abweichen.
Für wen ist ein Altersvorsorgedepot besonders geeignet?
Besonders geeignet ist das Altersvorsorgedepot für alle, die langfristig fürs Alter sparen möchten, staatliche Förderung mitnehmen wollen und dabei mehr Renditechancen suchen als bei klassischen Garantieprodukten. Konkret sehe ich in meiner Beratungspraxis vor allem folgende Gruppen profitieren:
Familien mit Kindern: weil zusätzlich zur Grundzulage Kinderzulagen vorgesehen sind
Berufseinsteiger: die vom zusätzlichen Bonus von 200 € profitieren können
Selbstständige: da die Begrenzung auf pflichtversicherte Selbstständige wegfällt und jetzt auch alle sonstigen Selbstständigen mit Einkünften aus Gewerbebetrieb oder selbstständiger Arbeit erfasst sind
Arbeitnehmer: die eine renditeorientierte Ergänzung zur gesetzlichen Rente suchen
Eher nicht geeignet ist das Altersvorsorgedepot für Menschen, die maximale Flexibilität möchten und jederzeit frei auf ihr Geld zugreifen wollen. Ein klassisches Depot ist in diesem Fall die freiere Lösung. Auch wer bereits einen Riester-Vertrag mit guten Konditionen oder hohen Garantien besitzt, sollte einen Wechsel nicht vorschnell angehen. Riester bleibt besonders vorteilhaft für Familien mit geringem bis mittlerem Einkommen, Alleinerziehende und niedrigere Einkommen, während das Altersvorsorgedepot vor allem für Gutverdiener mit geringem Eigenbeitrag interessant ist, die bisher nur eine geringe, anteilige Zulage erhielten.
Welche staatlichen Förderungen bekommst du im Altersvorsorgedepot und ab welchem Alter greifen sie?
Die staatliche Förderung beim Altersvorsorgedepot hängt nicht von deinem Einkommen ab, sondern bemisst sich linear proportional vom Eigenbeitrag. Der bisherige einkommensabhängige Mindesteigenbeitrag von 4 % des Vorjahreseinkommens fällt damit weg, was die Berechnung deutlich vereinfacht. Je nach Alter und Lebenssituation greift die Förderung dabei unterschiedlich stark.
Die Grundzulage funktioniert zweistufig. Für die ersten 360 € Eigenbeitrag gibt es 50 Cent pro eingezahltem Euro, das sind bis zu 180 € Zulage. Für weitere 1.440 €, also von 361 bis 1.800 €, gibt es noch 25 Cent pro Euro, das sind bis zu 360 € zusätzlich. Zusammen ergibt das maximal 540 € Grundzulage pro Jahr. Zum Vergleich, bei Riester lag die maximale Grundzulage nur bei 175 €.
Wie funktioniert die Kinderzulage?
Die Kinderzulage beträgt 100 % des Eigenbeitrags, maximal 300 € pro Kind und Jahr. Sie ist bereits bei einem Eigenbeitrag von 300 € im Jahr, also 25 € im Monat, voll ausgeschöpft. Neu ist, dass die Berechtigung künftig unabhängig vom Geschlecht des Elternteils festgelegt werden kann, bisher lief das grundsätzlich über die Mutter.
Der Berufseinsteigerbonus von einmalig 200 € greift, wenn du zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hast. Voraussetzung für die Grundzulage generell ist die unmittelbare Zulageberechtigung sowie die Zahlung von jährlich mindestens 120 €.
Wichtig:
Bei Beamten und Mitgliedern berufsständischer Versorgungswerke gibt es kein automatisches Meldeverfahren, sie müssen aktiv einer Datenübermittlung einwilligen. Ohne diese Einwilligung fließt keine Zulage.
Welche steuerlichen Vorteile bietet das Altersvorsorgedepot und warum spielt dein Alter dabei eine Rolle?
Das Grundprinzip ist die Steuerfreiheit in der Ansparphase kombiniert mit einer nachgelagerten Besteuerung in der Auszahlungsphase. In der Ansparphase fallen keine Steuern auf Wertsteigerungen oder Erträge an. Auch die sonst lästige Vorabpauschale entfällt komplett, und das nicht nur bis 1.800 €, sondern für Einzahlungen bis 6.840 € pro Jahr. Selbst Erträge bei einem Rebalancing oder Fondswechsel bleiben steuerfrei.
Deine Beiträge kannst du außerdem als Sonderausgaben geltend machen, maximal 1.800 € plus Zulagen. Wichtig dabei: Zulage und Steuervorteil bekommst du nicht zusätzlich zueinander. Das Finanzamt prüft automatisch im Rahmen einer Günstigerprüfung im Altersvorsorgedepot, ob der Sonderausgabenabzug einen größeren Vorteil bringt. Nur die Differenz wird dir gegebenenfalls gutgeschrieben.
In der Auszahlungsphase werden Leistungen aus geförderten Beiträgen nach § 22 Nr. 5 EStG vollständig mit deinem persönlichen Steuersatz besteuert. Der individuelle Steuersatz ist im Alter in den meisten Fällen niedriger als im Erwerbsleben, was für viele einen echten Vorteil darstellt.
Und hier kommt wieder das Alter ins Spiel. Beim ungeförderten Teil greift bei Auszahlplan oder Einmalauszahlung das Halbeinkünfteverfahren nur bei einer Mindestlaufzeit von 12 Jahren. Wer nach dem 53. Geburtstag einsteigt, verpasst diese Frist bis zur frühestmöglichen Auszahlung mit 65. Bei einer lebenslangen Leibrente gilt stattdessen die günstigere Ertragsanteilbesteuerung, die bei Rentenbeginn mit 65 bei rund 18 % der Zahlung liegt.
Wie wirkt sich ein später Start beim Altersvorsorgedepot auf deine spätere Rente aus?
Ein langer Anlagehorizont erhöht die Renditeaussichten deutlich. Je früher du beginnst, desto geringer müssen die monatlichen Zahlungen ausfallen, um dein gewünschtes Versorgungsniveau zu erreichen. Umgekehrt gilt: Wer später startet, muss deutlich höhere monatliche Beträge einzahlen, um das gleiche Ziel zu erreichen, und profitiert kürzer vom Zinseszinseffekt.
Dieser Zinseszinseffekt wirkt dabei nicht nur auf deine eigenen Beiträge, sondern auch auf Zulagen und Erträge. Über 20 oder 30 Jahre glätten sich Marktschwankungen fast immer aus, was besonders für früh startende Sparer relevant ist.
Aus meiner Erfahrung sehe ich häufig, dass ein später Start zwei Nachteile gleichzeitig mit sich bringt. Zum einen bleiben weniger Jahre mit Grundzulage, weil die Förderung an die Einzahlungsjahre gekoppelt ist. Zum anderen kann, wie bereits erklärt, die 12-Jahres-Frist für den steuerlichen Vorteil beim ungeförderten Teil kritisch werden, besonders für spät startende Gutverdiener.
Wann solltest du zusätzlich zur gesetzlichen Rente mit privater Altersvorsorge beginnen?
Neben der gesetzlichen Rente und einer möglichen Betriebsrente muss eine private Altersvorsorge helfen, deinen persönlichen Lebensstandard im Alter zu sichern. Mit steigender Lebenserwartung verbringen immer mehr Menschen mehr Jahre im Ruhestand, weshalb es sinnvoll sein kann, schon früh einen Teil des Einkommens zurückzulegen.
Aufgrund des demografischen Wandels ist die zusätzliche Vorsorge für das Alter neben der Basisversorgung wichtiger denn je. Das Altersvorsorgedepot gehört zur dritten Säule der Altersvorsorge und kann genau diese Lücke schließen.

Die geförderte private Altersvorsorge lohnt sich besonders für Menschen mit niedrigerem Einkommen. Auch ohne Steuererklärung oder bei niedrigem Steuersatz wird jeder Euro Eigenbeitrag mit Zulagen gefördert. Es reicht sogar ein monatlicher Beitrag von 10 €, um überhaupt gefördert zu werden.
Benedikt Deutsch
Versicherungsmakler für Vollkontaktsportler & junge Familien
Fazit: Beim Altersvorsorgedepot zählt vor allem das richtige Timing
Das Altersvorsorgedepot ist beschlossene Sache und wird ab dem 1. Januar 2027 verfügbar sein. Die Frage nach dem richtigen Alter hat zwei Antworten. Für Kinder plant der Staat mit der Frühstart-Rente einen Einstieg ab dem sechsten Lebensjahr, auch wenn diese Regelung noch nicht final beschlossen ist. Für Erwachsene gilt ganz klar, je früher, desto besser, mit einem konkreten Anreiz durch den Berufseinsteigerbonus von 200 € bei Abschluss vor dem 25. Geburtstag.
Was mich an diesem Konzept überzeugt, ist die Kombination aus staatlicher Förderung, echtem Kostendeckel und steuerfreiem Wachstum in der Ansparphase. Ob sich für dich ein Neuabschluss lohnt, ob du einen bestehenden Riester-Vertrag behalten oder übertragen solltest und wie viel du monatlich einzahlen solltest, das lässt sich nicht pauschal beantworten. Buch dir jetzt dein Kostenfreies Erstgespräch – 45 Minuten, digital, ohne Verkaufsgelaber. Ich schaue mir deine Situation an und sage dir ehrlich, welche Schritte sich für dich lohnen.
06.10.2026
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Die meisten Familien sind schlechter abgesichert, als sie glauben. Die Lücke merkt man erst, wenn es zu spät ist. Hör auf für Schwachsinn zu zahlen, und lass mich dir zeigen, wie du deine Famile ein für alle Mal richtig absicherst.
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FAQ zum Altersvorsorgedepot: Ab welchem Alter lohnt sich der Einstieg wirklich?
Nach aktuellen Plänen soll der Staat über die Frühstart-Rente für Kinder ab dem sechsten Lebensjahr bis zum 18. Geburtstag monatlich 10 € in ein individuelles Altersvorsorgedepot einzahlen, insgesamt bis zu 1.440 €. Das Programm soll offiziell 2027 starten, die Einführung erfolgt schrittweise nach Geburtsjahrgang, beginnend mit dem Jahrgang 2020, rückwirkend ab Januar 2026. Ein Kind, das heute schon 10 oder 14 Jahre alt ist, gehört aktuell noch nicht zu den erfassten Jahrgängen. Wichtig zu wissen ist, dass diese Regelung noch nicht abschließend final beschlossen ist und die Frühstart-Rente ein eigenständiges Modell darstellt, das nicht identisch mit dem Altersvorsorgedepot für Erwachsene ist.
Die neuen Produkte können ab dem 1. Januar 2027 von Anbietern angeboten werden. Aktuell ist noch kein Altersvorsorgedepot abschließbar. Der Mindestbeitrag für die Förderung liegt bei 120 € pro Jahr, also 10 € im Monat. Wer vor dem 25. Geburtstag abschließt, erhält zusätzlich einmalig einen Berufseinsteigerbonus von 200 €. Verträge, die bis zum 31. Dezember 2026 abgeschlossen werden, laufen dauerhaft nach dem alten Riester-Recht, während Verträge ab dem 1. Januar 2027 nach dem neuen Recht des Altersvorsorgedepots laufen.
Eine feste Altersangabe gibt es dafür nicht, das hängt von deinem Startalter, deiner Sparrate und der erzielten Rendite ab. Grundsätzlich gilt, je früher du startest, desto geringer muss deine monatliche Sparrate ausfallen, um ein solches Ziel zu erreichen. Ein Beispielrechner zeigt bei Start ab Geburtsjahr 1995 und einer erwarteten jährlichen Rendite von 7 % ein Endvermögen von rund 212.020 € nach Steuern bei Renteneintritt mit 67, was bei 2 % Inflation einer heutigen Kaufkraft von etwa 106.016 € entspricht. Solche Rechnerwerte dienen aber ausschließlich der unverbindlichen Orientierung, individuelle Ergebnisse können deutlich abweichen.
Bestehende Riester-Verträge laufen nach den bisherigen Regeln weiter und müssen nicht gekündigt werden. Eine Übertragung ins neue Altersvorsorgedepot ist grundsätzlich möglich, lohnt sich aber nicht automatisch für jeden. Wer noch eine lange Zeit bis zur Rente hat, profitiert eher von einer Übertragung, weil das renditeorientierte Depot mehr Zeit hat, sich zu entfalten. Bei kurzer Restlaufzeit oder guten bestehenden Konditionen kann ein Verbleib im alten Vertrag die bessere Wahl sein. Diese Entscheidung schaue ich mir immer individuell mit meinen Kunden an.
Dein Alter spielt vor allem beim Berufseinsteigerbonus eine direkte Rolle, den du nur erhältst, wenn du vor dem 25. Geburtstag einen Vertrag abschließt. Darüber hinaus beeinflusst dein Einstiegsalter, wie viele Jahre du von der jährlichen Grundzulage und gegebenenfalls der Kinderzulage profitieren kannst. Auch die 12-Jahres-Frist für den steuerlichen Vorteil beim ungeförderten Teil hängt vom Einstiegsalter ab, da die Auszahlung frühestens mit 65 beginnt. Wer nach dem 53. Geburtstag einsteigt, sollte diesen Punkt besonders im Blick behalten.

Benedikt Deutsch
Versicherungsmakler · beneversichert
Über den Autor
Ehrliche Beratung, digital und persönlich.
Benedikt Deutsch ist unabhängiger Versicherungsmakler und Gründer von beneversichert. Er ist seit 2012 in der Versicherungsbranche tätig und seit 2019 als Versicherungsmakler selbstständig. Sein Schwerpunkt liegt auf der Absicherung von Vollkontaktsportlern und jungen Familien (insbesondere bei Berufsunfähigkeits-, Unfall- und Krankenversicherungen). Benedikt Deutsch ist als Versicherungsmakler nach § 34d Abs. 1 GewO registriert (Vermittlerregister-Nr. D-IQVS-NIM6F-32) und verbindet fachliche Beratung mit digitaler, persönlicher Betreuung.




