Wie viel Vermögen besitzt der durch­schnitt­liche Deutsche?

Der durchschnittliche Haushalt in Deutschland besitzt 2023 ein Nettovermögen von 324.800 Euro im Mittelwert, der typische Haushalt aber nur 103.200 Euro im Median (Deutsche Bundesbank, PHF 2023). Diese Lücke ist der wichtigste Punkt überhaupt.

Der Unterschied zwischen beiden Werten erklärt sich so:

  • Der Mittelwert von 324.800 Euro wird durch die sehr hohen Vermögen der Reichsten nach oben gezogen (Quelle: Deutsche Bundesbank, PHF 2023)

  • Der Median von 103.200 Euro zeigt, was der typische Haushalt besitzt, eine Hälfte hat mehr, die andere weniger (Quelle: Deutsche Bundesbank, PHF 2023)

  • Damit ist der Median der aussagekräftigere Wert für die Mitte der Gesellschaft

Auch die Haushaltskonstellation spielt eine große Rolle. Einpersonenhaushalte liegen im Median mit 37.700 Euro deutlich niedriger, Paarhaushalte deutlich höher (Quelle: Deutsche Bundesbank, PHF 2023):

HaushaltstypNettovermögen
Einpersonenhaushalte221.800 € Mittelwert (37.700 € Median)
Paarhaushalte ohne Kinder409.700 € Mittelwert
Paarhaushalte mit Kindern453.500 € Mittelwert
Alle privaten Haushalte324.800 € Mittelwert (103.200 € Median)

Ein Paarhaushalt kommt also auf ein Vielfaches eines Einpersonenhaushalts, was vor allem an den zwei Einkommen und der gemeinsamen Vermögensbildung liegt (Quelle: Deutsche Bundesbank, PHF 2023). Wer seine finanzielle Absicherung auf einem soliden Fundament aufbauen möchte, kann sich dazu gerne eine persönliche Beratung holen.

Wie ist die Verteilung des Vermögens in Deutschland?

Die Verteilung ist stark konzentriert: Die oberen 10 Prozent besitzen rund 54 Prozent des gesamten Nettovermögens, während die untere Hälfte zusammen nur etwa drei Prozent hält. Der Gini-Koeffizient liegt bei 0,724 (Quelle: Deutsche Bundesbank, PHF 2023).

GruppeAnteil am gesamten Nettovermögen
Untere 50%rund 3% (Deutsche Bundesbank, PHF 2023)
Obere 10%54% (Deutsche Bundesbank, PHF 2023)
Obere 1%rund 35% (DIW)

Die DIW-Schätzung basiert auf individuellen Vermögensdaten des SOEP (Sozio-oekonomisches Panel) aus den Jahren 2017/2019 und ist damit älter als die Bundesbank-Zahlen (PHF 2023) sowie methodisch nicht direkt vergleichbar, da sie das individuelle statt das Haushaltsvermögen misst. Der Anteil der oberen 10 Prozent lag 2017 bei 55 Prozent, 2021 bei 56 Prozent und 2023 bei 54 Prozent (Deutsche Bundesbank, PHF 2023). Das gesamte Nettovermögen der privaten Haushalte beträgt nach der PHF-Befragung rund 13,4 Billionen Euro bei etwa 41,2 Millionen Haushalten (Deutsche Bundesbank, PHF 2023). Auf Haushaltsebene und EZB-Basis kommt das Bundeswirtschaftsministerium auf rund 17,2 Billionen Euro (BMWK). Nach BCG stieg das Nettovermögen 2025 auf 23,3 Billionen US-Dollar (BCG Global Wealth Report).

Ab welchem Vermögen gehört man zu welcher Gruppe?

Ab rund 103.200 Euro gehört ein Haushalt zur oberen Hälfte, ab rund 777.200 Euro zu den oberen 10 Prozent (IW Köln). Nach oben hin steigen die Grenzen dann steil an.

PerzentilVermögensgrenze (Haushalt)
Top 50%ab 103.200 € (IW Köln)
Top 10%ab 777.200 € (IW Köln)
Top 5%ab rund 1.200.000 € (sozialpolitik-aktuell/Bundesbank)

Diese Werte sind als Untergrenzen zu verstehen. Gerade beim obersten Prozent arbeiten Studien wie DIW oder der Sachverständigenrat mit höheren Schätzungen, weil die Bundesbank-Befragung die Superreichen nicht ausreichend erfasst.

Wann gehört man zu den reichsten 10% Deutschlands?

Zu den reichsten 10 Prozent gehört man 2023 ab einem Nettovermögen von rund 777.200 Euro pro Haushalt. Diese Gruppe hält rund 54 Prozent des gesamten Vermögens (Quellen: IW Köln und Bundesbank).

Die Schwelle hängt stark vom Alter ab, weil sich Vermögen über das Leben aufbaut. Für die einzelnen Altersgruppen sind folgende Schwellen belegt (Quelle: IW Köln):

AltersgruppeVermögensgrenze Top 10%
Unter 35 Jahreab ca. 200.000 €
33 bis 44 Jahreab ca. 480.000 €
44 bis 54 Jahreab ca. 700.000 €
55 bis 64 Jahreab ca. 1.06 Mio. €
65 bis 74 Jahreab ca. 900.000 €

Wer mit 40 Jahren ein hohes Vermögen hat, gehört in seiner Altersgruppe oft schon zu den oberen 10 Prozent, während dieselbe Summe mit 60 Jahren noch nicht reicht.

Wie viel Vermögen haben die obersten 5% in Deutschland?

Die obersten 5 Prozent beginnen bei einem Nettovermögen von rund 1.200.000 Euro pro Haushalt (Quelle: sozialpolitik-aktuell/Bundesbank). Ihr Anteil am Gesamtvermögen liegt nach Schätzungen bei etwa 40 Prozent.

Damit zählt ein Haushalt bereits ab gut 1,2 Millionen Euro Nettovermögen zu den reichsten 5 Prozent des Landes. Die Konzentration ist hier besonders sichtbar: Ein Zwanzigstel der Haushalte besitzt rund zwei Fünftel des gesamten Vermögens.

Wie viel Vermögen haben die Top 1% in Deutschland?

Das reichste Prozent der Deutschen besitzt zwischen 30 und 35 Prozent des gesamten Privatvermögens, je nach Studie und Methodik (Quelle: DIW).

QuelleAnteil Top 1% am Gesamtvermögen
DIW-Studierund 35% (Quelle: DIW)
Hans-Böckler-Stiftung31 bis 34% (Böckler)
bpbrund 35% (bpb)

Zum Vergleich verdeutlicht ein Blick nach unten die Schieflage. Die untere Hälfte der Bevölkerung besitzt zusammen weniger als 1,5 Prozent des Gesamtvermögens (Quelle: bpb). Die PHF-Studie liefert beim obersten Prozent strukturell zu niedrige Werte, weil die obersten 0,1 Prozent in Haushalts­befragungen kaum erfasst werden.

Wie viele Deutsche haben mehr als 100.000 € Vermögen?

Rund die Hälfte aller deutschen Haushalte verfügt über mindestens 100.000 Euro Nettovermögen. Das ergibt sich direkt aus dem Median, der 2023 bei 103.200 Euro liegt. Das IW formuliert es so, dass die Hälfte der Haushalte auf Rücklagen von mindestens 100.000 Euro zurückgreifen konnte (Quelle: IW Köln).

In absoluten Zahlen lässt sich das so fassen:

  • Etwa 50 Prozent der rund 41,2 Millionen Privathaushalte liegen über 100.000 Euro (sozialpolitik-aktuell/Bundesbank)

  • Das entspricht etwa 20 bis 21 Millionen Haushalten

  • Auf Personenebene wären das bei rund zwei Personen je Haushalt 40 bis 42 Millionen Menschen in solchen Haushalten

Eine wichtige Einschränkung gehört dazu. Offizielle Statistiken weisen die Zahl der einzelnen Personen mit über 100.000 Euro nicht exakt aus, weil die PHF-Studie ausschließlich auf Haushaltsebene arbeitet. Die Ableitung über den Median ist deshalb die belastbarste verfügbare Aussage.

Wie viel Prozent der Deutschen haben ein Vermögen über 1 Million?

Je nach Definition liegt der Anteil der Bevölkerung mit Millionärsstatus zwischen 1,5 und 3,3 Prozent. Der Unterschied entsteht dadurch, ob Immobilien mitzählen und ob in Euro oder US-Dollar gerechnet wird.

QuelleAnteil mit mind. 1 Mio.
UBS (Nettovermögen ≥ 1 Mio. EUR)rund 3,3% der Bevölkerung (finanztrends/UBS)
Sparkasse/DIW (Erwachsene ≥ 1 Mio. EUR)rund 1,5% der Erwachsenen (Sparkasse)
BCG 2025 (Finanzvermögen 250.000 bis 1 Mio. USD)rund 3,2 Mio. Menschen in diesem Band (Quelle: BCG Global Wealth Report)

Entscheidend ist immer die zugrunde liegende Definition. Wer das gesamte Nettovermögen inklusive Immobilien betrachtet, kommt zu höheren Anteilen als bei reinem Finanzvermögen.

Wie viele Millionäre gibt es in Deutschland?

In Deutschland gibt es je nach Definition zwischen rund 1,78 und 2,82 Millionen Millionäre. Die Spanne entsteht, weil UBS und Capgemini unterschiedliche Vermögensbegriffe verwenden.

DefinitionAnzahlStand
Vermögens­millionäre (≥ 1 Mio. Nettovermögen)2,82 Mio. (Quellen: UBS/Sparkasse)2023
Dollar-Millionäre (≥ 1 Mio. USD investierbar)1,78 Mio. (Capgemini)2025
Superreiche (≥ 100 Mio. USD Finanzvermögen)rund 5.000 (Quelle: BCG Global Wealth Report)2025
Einkommens­millionäre (≥ 1 Mio. EUR/Jahr)34.500 (Destatis)2021

Bei den Dollar-Millionären zeigt sich zuletzt ein klarer Aufwärtstrend: 2025 rund 1,78 Millionen, ein Plus von 11,1 Prozent oder 175.000 Personen. Das Gesamtvermögen dieser Gruppe lag 2025 bei 7,1 Billionen US-Dollar, rund 6,1 Billionen Euro (Quelle: Capgemini).

Beim Ranking der Dollar-Millionäre belegt Deutschland weltweit Platz 3, hinter den USA und Japan (Capgemini). Die rund 5.000 Superreichen halten allein 27,3 Prozent des deutschen Finanzvermögens (Handelsblatt), dazu kommen 156 Milliardäre auf Basis der Forbes-Daten (ZDF).

Welches Gehalt verdienen die obersten 1 %?

Zu den obersten 1 Prozent bei den Bruttoverdiensten gehört man als Vollzeit­beschäftigter ab über 213.286 Euro im Jahr, das sind über 17.774 Euro im Monat (Statistisches Bundesamt, Verdiensterhebung 2024).

GruppeBruttoverdienst p.a.Bruttoverdienst p.m.
Durchschnitt (Mittelwert)62.235 €rund 5.186 €
Median52.159 €rund 4.347 €
Oberste 10%97.680 €rund 8.140 €
Oberste 1%über 213.286 €über 17.774 €
Unterste 10%bis 32.526 €bis 2.711 €

Quelle: Statistisches Bundesamt, 90-Perzentil (97.680 €). Die Monatswerte sind aus den Jahreswerten abgeleitet.

Betrachtet man stattdessen das Haushalts­nettoeinkommen, verschieben sich die Grenzen. Nach der IW-Abgrenzung gilt ein Single ab 5.780 Euro netto im Monat als einkommensreich und gehört zu den oberen rund 4 Prozent (IW Köln Einkommen). Nur etwa 4 Prozent der Menschen in Deutschland gelten als einkommensreich, also mit über 250 Prozent des Median-Einkommens (IW-Studie).

Ein eigenes Kapitel sind die Einkommens­millionäre. Die 34.500 Personen mit Jahreseinkünften von mindestens 1 Million Euro kamen 2021 im Schnitt auf 2,8 Millionen Euro pro Jahr, das sind rund 233.000 Euro im Monat. Gegenüber 2020 wuchs ihre Zahl um 18 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Wie groß ist der Unterschied zwischen Ost und West?

Der Vermögensunterschied zwischen West und Ost ist enorm: Im Westen liegt das Median-Nettovermögen pro Haushalt bei 143.200 Euro, im Osten nur bei 35.900 Euro. Bei den Mittelwerten liegt der Westen bei 364.900 Euro, der Osten bei 170.100 Euro (Quelle: Deutsche Bundesbank, PHF 2023).

Dieser Abstand hält sich hartnäckig und hat vor allem historische Gründe. Im Osten konnte über Jahrzehnte weniger privates Vermögen aufgebaut und vererbt werden, was sich bis heute in den Zahlen niederschlägt. Eine wichtige Rolle spielt auch die unterschiedliche Eigentümerquote bei Wohneigentum: West 45 Prozent, Ost 29 Prozent (Quelle: Deutsche Bundesbank, PHF 2023).

Diese Zahlen machen deutlich, wie weit Durchschnitt, Mitte und Spitze in Deutschland auseinanderliegen. Wenn Du wissen willst, wo Du selbst stehst und mit welcher Strategie Du Dein Vermögen langfristig aufbaust, schauen wir das gemeinsam durch und finden den passenden Weg für Deine Situation.

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