Wie viele Baus­par­ver­träge gibt es?

Ende 2024 gab es in Deutschland rund 21 Millionen Bausparverträge über alle Bausparkassen hinweg. Der Verband der Privaten Bausparkassen nennt rund 22 Millionen (Verband der Privaten Bausparkassen), Statista beziffert den Bestand auf rund 20,9 Millionen (Statista Bausparverträge). Die Abweichungen entstehen durch unterschiedliche Stichtage und Abgrenzungen.

Die gesamte Bausparsumme im Bestand stieg 2024 um 1,3 Prozent auf rund 975 Milliarden Euro (Verband der Privaten Bausparkassen, Geschäftsbericht 2024). Der überwiegende Teil der Verträge befindet sich in der Ansparphase: Bei den privaten Bausparkassen waren zuletzt rund 93 Prozent in der Ansparphase und rund 7 Prozent bereits zugeteilt (Statista Bausparkassen). Wenn Du weitere Fragen rund um Deine finanzielle Absicherung hast, hilft Dir eine unabhängige Beratung weiter, die Deine individuelle Situation in den Blick nimmt.

Bemerkenswert ist der langfristige Trend. Um das Jahr 2000 gab es noch rund 33 Millionen Bausparverträge, der Bestand ist seitdem um etwa ein Viertel zurückgegangen (Immobilienfonds-News). Hauptgrund war die Niedrigzinspolitik der EZB bis Mitte 2022, die klassisches Bausparen für viele Sparer unattraktiv machte. Seit dem Zinsanstieg 2022 und 2023 hatte sich das Neugeschäft zunächst stark erholt, weil Kunden sich günstige Darlehenszinsen sichern wollten, inzwischen normalisiert es sich wieder (Tagesspiegel).

Wie viele Menschen in Deutschland haben einen Baus­par­ver­trag?

Im Jahr 2023 hatten rund 15,1 Millionen Menschen ab 14 Jahren einen Bausparvertrag im Haushalt, also entweder selbst oder über ein anderes Haushaltsmitglied (Statista/Allensbach AWA). Die Zahl ist in den letzten Jahren leicht rückläufig.

Bezogen auf die gesamte Bevölkerung entspricht das einem Anteil von gut 17 Prozent, bezogen auf die Bevölkerung ab 14 Jahren rund 21 Prozent.

Auf Haushaltsebene wirbt der Verband mit der Aussage, fast jeder zweite Haushalt habe einen Bausparvertrag (Quelle: Verband der Privaten Bausparkassen). Das ist allerdings eine Verbandsformulierung und keine nüchterne Statistik. Bei rund 21 Millionen Verträgen, von denen ein Teil auf Mehrfachverträge in einzelnen Haushalten entfällt, ist diese Aussage eher als Marketingbotschaft einzuordnen.

Welche Baus­par­kasse ist die größte in Deutschland?

Die größte Bausparkasse in Deutschland ist die Bausparkasse Schwäbisch Hall, die zur Genossenschaftlichen FinanzGruppe und damit zur DZ Bank gehört. Sie ist mit rund 6,3 Millionen Kunden die größte Bausparkasse des Landes und führt den Markt beim Neugeschäft an (DFPA).

Die zentralen Kennzahlen für 2024:

  • Markt­anteil im Baus­par­neu­ge­schäft: knapp 35 Prozent, ein Plus von 3,5 Prozentpunkten

  • Brutto-Neu­ge­schäft im Bausparen 2024: 28,1 Milliarden Euro

  • Ergebnis vor Steuern 2024: 64 Millionen Euro, mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem Vorjahr (Schwäbisch Hall)

Neben Schwäbisch Hall gibt es weitere große Anbieter. Die Landesbausparkassen (LBS) stehen als Gruppe für gut ein Drittel des Markts und bestehen aktuell aus fünf Landesbausparkassen, darunter die LBS Süd nach der Fusion aus LBS Südwest und LBS Bayern (LBS). Weitere bekannte Anbieter sind die BHW Bausparkasse aus der Deutsche Bank Gruppe sowie die Wüstenrot Bausparkasse.

Wie hoch sind die aktuellen Zinsen bei einem Baus­par­ver­trag?

Bei einem Bausparvertrag sind zwei Zinssätze relevant: der Guthabenzins in der Ansparphase und der Darlehenszins in der Darlehensphase nach der Zuteilung. Der Darlehenszins wird bei Vertragsabschluss in der Regel fest vereinbart, beim Guthabenzins gibt es je nach Tarifmodell auch veränderliche Komponenten oder Bonusstaffeln.

Das Zinsniveau für Neuabschlüsse bewegt sich nach den vorliegenden Tarifdaten grob in diesen Spannen (tarifabhängig, keine garantierten Durchschnittswerte):

  • Gut­haben­zins in der Anspar­phase: meist rund 0,10 bis 0,50 Prozent pro Jahr (Handelsblatt)

  • Effektiver Jahres­zins in der Darlehens­phase: je nach Tarif rund 2 bis 3 Prozent (Stiftung Warentest)

Genau hier liegt der eigentliche Reiz des Bausparvertrags. Günstige Bauspar-Darlehenszinsen können je nach Tarif und Marktphase deutlich unter den aktuellen Marktzinsen für Hypothekenkredite liegen. Wie groß dieser Vorteil tatsächlich ausfällt, hängt aber vom konkreten Tarif und vom Zinsumfeld bei Zuteilung ab. Das macht den Bausparvertrag vor allem als Instrument zur Zinssicherung für künftige Baufinanzierungen interessant.

Dazu kommt die staatliche Förderung, die das Bausparen zusätzlich unterstützen kann. Die folgenden Werte gelten nach dem aktuellen Stand und können sich bei Gesetzesänderungen anpassen:

  • Wohnungs­bau­prämie: von bis zu 70 Euro pro Jahr für Alleinstehende und 140 Euro für Ehepaare, bei jährlichen Einzahlungen bis 700 beziehungsweise 1.400 Euro bei einer Einkommensgrenze von 35.000 Euro zu versteuerndem Einkommen für Alleinstehende und 70.000 Euro für Verheiratete (Verbraucherzentrale)

  • Arbeit­nehmer-Spar­zulage: von 9 Prozent auf bis zu 470 Euro pro Jahr im Rahmen vermögenswirksamer Leistungen, bei einer Einkommensgrenze von 40.000 Euro (Alleinstehende) bzw. 80.000 Euro (Verheiratete) zu versteuerndem Einkommen (Verband der privaten Bausparkassen)

  • Wohn-Riester: Bausparverträge können als Riester-Produkte zur Eigenheimrente zertifiziert werden

Ob ein Bausparvertrag für Deine Situation sinnvoll ist, hängt vor allem davon ab, ob und wann Du eine Baufinanzierung planst und wie sich die Zinsen entwickeln. Wenn Du das durchgehen willst, schauen wir gemeinsam, ob sich die Zinssicherung für Dich lohnt und welcher Tarif zu Deinen Zielen passt.

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